| Geschrieben von Administrator, am Mittwoch, 19. November 2008 |
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Bitte erzähl uns zuerst etwas über deinen politischen Werdegang. Wie bist Du zu einem der anerkanntesten Aktivisten des Widerstandes geworden? Und was bedeutet es für Dich persönlich in der „ersten Reihe“ zu stehen? Ich wurde im Sommer 1977 politisch aktiv, als Mitglied der Jugendorganisation der NPD. Eine „Dienstzeit“ von 31 Jahren verschafft automatisch eine gewisse Anerkennung, weil viele Kameraden nur wenige Jahre aktiv sind und dann dem Druck von kommunistischen Übergriffen, juristischer Repression oder beruflichen Schwierigkeiten ausweichen und sich ins Privatlegen zurückziehen. Ich bin diesem Druck nicht ausgewichen und hatte infolgedessen mit den üblichen Nachteilen zu leben: Insgesamt fünfeinhalb Jahre wegen Meinungsäußerungen im Gefängnis, beruflich „blacklisted“, mehrfach körperlich angegriffen und so weiter und so fort. Beschreibe unseren Lesern bitte die Lage des Widerstands in Deutschland? Bei uns überwiegt die Meinung, dass Deutschland für Freiheitsaktivisten zu den schwierigsten Ländern Europas gehört. Anderseits gibt es bei euch relativ genau definierte Grenzen zwischen dem Erlaubten und Verbotenen. In Tschechien z.B. hängt die Entscheidung der Exekutive von der Beurteilung der Gerichtsgutachter ab, sie bestimmen was, wann und wie verboten oder erlaubt wird. Der Druck der Behörden auf die Kameraden ist sehr groß, und die Einschränkungen der Meinungsfreiheit sind in der Bundesrepublik Deutschland wahrscheinlich größer als in allen anderen europäischen Ländern (ausgenommen Österreich mit seinem „Wiederbetätigungsgesetz“, das noch wesentlich schärfer ist als vergleichbare bundesdeutsche Vorschriften). Manche Dinge sind auch bei uns nicht eindeutig definiert. Das Bundesverfassungsgericht drückt sich seit nunmehr über drei Jahren um die Frage, ob die verschärfte Version des „Volksverhetzungsparagraphen“ verfassungsgemäß ist oder nicht. (Das ist auch der Grund, warum seit 2005 keine Rudolf-Hess-Demonstrationen in Wunsiedel mehr stattfinden durften.) Andere Dinge gerade in Bezug auf die Demonstrationsfreiheit sind aber relativ klar; eine Vielzahl von Prozessen bis hin zum Bundesverfassungsgericht haben die jeweiligen Grenzen sehr deutlich gemacht. Das gilt sowohl für uns als auch für die Behörden. Die völkerrechtliche Lage Deutschlands ist kaum bekannt. Es gibt nicht viele Menschen, denen bekannt ist, dass das Deutsche Reich in den Grenzen vom 01.09.1939 nie aufgehört hat zu existieren und das die BRD auf keinen Fall dessen Nachfolger ist – lediglich nur als Provisorium gegründete Modalität der Fremdherrschaft. Der letzte rechtliche Akt des Reiches ist die Kapitulation gewesen. Zum Friedensvertrag oder zu völkerrechtswidrigen Akten, wie die Abtretung der Reichsgebiete oder sogar die Auflösung des Reiches ist es aber nie gekommen, und konnte es auch nicht kommen, da die Allierten die Reichsvertreter hingerichtet haben. Die ausführliche Erörterung dieses Themas würde den Rahmen des Gesprächs sprengen, aber könntest Du uns ein wenig dazu sagen? Die Römer sagten: „Inter arma silent lege“, unter den Waffen schweigt das Gesetz. Fakt ist, daß die BRD nach wie vor nur teilsouverän ist. (Die UN-Feindstaatenklausel ist nie aufgehoben worden, ein Friedensvertrag ist nie geschlossen worden; de jure befindet sich Deutschland – unabhängig von seiner Staatsform – noch im Kriegszustand.) Probelmatischer als diese sehr unbefriedigende Situation finde ich aber, daß die BRD freiwillig und ohne jede Not Souveränitätsrechte abgegeben hat – die Währungshoheit wäre da an erster Stelle zu nennen. Dieses Schicksal aber teilt sie mit den meisten europäischen Ländern; da steht Deutschland sich nicht besser als andere. Und das halte ich fast für wichtiger als die historische Frage, ob das Reich fortexistiert oder nicht oder wann oder wie es handlungsfähig werden könnte. Denn das ist in erster Linie ein deutsches Problem. Die schwerwiegenden aktuellen Probleme sind europäische Probleme, und hier können die Völker einander wirksam helfen, die Übermacht der EU zu brechen. Die Iren haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet, wie vorher schon die Niederländer und die Franzosen. Am 1. Mai 2006 haben wir an der Demonstration in Leipzig teilgenommen. Das Ziel meiner Rede war die Punkte anzusprechen, die selten zur Sprache kommen. Nationalistische Demonstrationen zum 1. Mai finden in Tschechien erst seit 1999 statt. Wie sieht die Geschichte der 1. Mai-Aktionen in Deutschland aus? Schon in den 60-er Jahren hat die NPD begonnen, Deutschlandtage am 1. Mai durchzuführen, meist in Frankfurt am Main. Als die NPD nach ihrer Erfolgsphase in den Jahren von 1964 bis 1969 schwächer wurde, gab es eine Weile keine nationalistischen Aktivitäten zum 1. Mai mehr. Erneut begonnen hat damit im Jahre 1983 der nationalsozialistische Aktivist Michael Kühnen. Kühnens Tradition ist einige Jahre lang nur von parteifreien Kräften gefolgt worden, bis dann auch die NPD wieder erkannt hat, wie wichtig es ist, diesen symbolträchtigen Tag nicht allein den Linken aller Schattierungen zu überlassen. Jetzt sind Demonstrationen zum 1. Mai aus der nationalistischen Agenda nicht mehr wegzudenken, egal, ob die Kameraden parteilich gebunden oder parteifrei sind. Welche Meinung bezüglich der Zusammenarbeit mit den tschechischen Kameraden überwiegt bei deutschen Aktivisten? Worin siehst Du den grössten Probleme? Die Meinungen über die Zusammenarbeit mit Kameraden aus Tschechien ist ein wenig geteilt. Es gibt einen starken vergangenheitsbezogenen Flügel, der die Knebelung Deutschlands mit unserer Vergangenheit damit beantwortet, daß er anderen Völkern ihre eigene Vergangenheit vorhält. Ich halte das für einen falschen Weg. Breite Massen werden wir nur erreichen, wenn wir gegenwärtige Problem aufgreifen und versuchen, Lösungen für die Zukunft zu finden. Das Andenken an die Ahnen ist wichtig, aber es darf den Weg in die Zukunft nicht verbauen. Von denen, die bei Kriegsende erwachsen und für ihre Handlungen verantwortlich waren, lebt kaum noch einer. Nochmal zur vorherigen Frage: Tschechische Chauvinisten bezeichnen uns - die tschechischen Nationalsozialisten - als Kollaborateure die den Deutschen „in den Arsch kriechen“. Mit Genugtuung argumentieren sie, dass wir in den Augen unserer deutschen Kameraden Angehörige einer nur „minderwertige Rasse“ seien, sie beziehen sich dabei auf chauvinistische Äusserungen von einigen wenigen deutschen Kameraden. Ein beliebtes Thema dieser beiden negativen Seiten ist die Sudetendeutsche Frage, vor allem dann die Aufforderung nach Entschuldigung der tschechischen Seite. Die Geschichte von Völkern verläuft wechselhaft; es gab eine Zeit, da hörte das Deutsche Reich im Osten an der Elbe auf, aber im Süden reichte es bis Sizilien. Polen war im 16. Jahrhundert eine Großmacht, und nur gut zweihundert Jahre später gab es nach mehreren polnischen Teilungen für lange Zeit keinen polnischen Staat. Mir persönlich tun die Gebietsverluste des Reiches nach dem 1. und vor allem nach dem 2. Weltkrieg weh, aber sie sind ein derzeitiger Fakt, und ob oder daß sie umkehrbar sind, halte ich für zweifelhaft. Prag war einst die Stadt, in der es die erste Universität auf (damals) deutschem Boden gab, und heute wird dort eine fremde Sprache gesprochen. Wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Auch der Nationalsozialismus hat das nicht versucht: Im Gegensatz zu den Erwartungen konservativer Kreise hat Adolf Hitler das Kaisertum nicht wieder eingeführt; er hat weder den letzten deutschen Kaiser zurückgerufen und neu inthronisiert, noch hat er sich – dem Beispiel Napoleon Bonapartes folgend – selbst zum Kaiser gekrönt. Jede Zeit hat ihre Probleme und ihre Lösungen, und die Lösungen von gestern müssen nicht in allen Teilen die Lösungen von heute sein. Nationalsozialisten sollten sich weltanschaulich über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg einig sein. Die Kommunisten haben dies geschafft und daraus die Stärke bezogen, ein halbes Jahrhundert hinweg ein Imperium zu errichten; wir sollten uns an ihrer Stärke ein Beispiel nehmen. In meiner Rede am 1. Mai habe ich dazu Stellung genommen (und nach wie vor stehe ich dazu): „Ich erlaube es mir ein Tabu zu brechen. Ich glaube – und hoffe nicht dabei allein zu sein – dass wir die Tatsachen, da wo es uns die totalitäre Gesetzgebung noch erlaubt, beim Namen nennen sollten. Die Vertreibung der Sudetendeutschen ist ein widerliches und durch nichts zu rechtfertigendes Verbrechen gewesen. Es ging aber nicht um ein Verbrechen des tschechischen Volkes als solchen, es war die Tat des durch Bolschewisten getriebenen kriminellen Gesindels und des schlimmsten Abfalls des Volkes, deren Platz sich dort befindet, woher viele von ihnen damals gerade gekommen sind – in … Die Frage der Legitimität der Benesch-Dekrete ist klar. Stalins Vasall und Volksverräter Edvard Benesch ist nicht der rechtmässige Präsident des damaligen Staatsgebildes gewesen, hatte also kein Recht gehabt irgendwelche Gesetze oder Rechtsnormen auszurufen. Ganz zu schweigen vom Widerspruch dieser Pseudogesetze mit dem geltendem Völkerrecht.” Edward Benesch ist tot. Daß die derzeitige politische Führung des tschechischen Staates nicht bereit ist, seine Dekrete rückwirkend aufzuheben, ist bedauerlich, aber für die faktische Lage unserer Völker spielt es keine nennenswerte Rolle. Wir haben heute Probleme, mit denen vor sechzig Jahren niemand gerechnet hätte. Wir stehen vor der biologischen und kulturellen Auflösung der gewachsenen Völker in Europa; das erscheint mir wichtiger als die Frage von Territorien oder materiellen Entschädigungen. Die Tschechen haben das Problem der Überfremdung und drohender Kulturkämpfe im eigenen Land meines Wissens noch nicht so stark wie wir Deutschen, aber das liegt ausschließlich daran, daß Deutschland wegen noch vorhandenen relativen Reichtums und liberaler Gesetze besonders interessant für Zuwanderer ist. Geht es Deutschland schlechter – oder Tschechien besser - , wird auch Tschechien dieses Problem bekommen. Stimmt es, dass Du mittlerweile enger mit der NPD zusammenarbeitest? Glaubst Du, dass in einem totalitären Sytem eine Wende auf demokratischem Weg möglich ist? Viele Wege führen nach Rom. Wahlen allein können meiner Meinung nach keine Veränderung bringen, aber sie können eine Veränderung mit vorbereiten, unterstützen. Alles, was das nationale Lager stärkt, ist positiv. Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, daß die, die das System unterwandern wollen, von den Segnungen des Systems korrumpiert werden. Darauf muß man ein wachsames Auge werfen. Bei allem, was wir tun, müssen wir uns täglich die Frage stellen, warum und mit welchem Ziel wir es tun. Das System des Feindes heißt Materialismus; unsere Antwort heißt Idealismus. Du bist auf den Aktionen des tschechischen Widerstandes willkommen. Wann können wir Dich bei einer unserer Veranstaltungen begrüssen? Leider weiß ich noch nicht, wann ich von der Einladung Gebrauch machen kann, aber ich werde es gern eines Tages tun! Die Einladung der tschechischen Kameraden gilt, auf baldiges Wiedersehen! Ich danke Euch, und auch Ihr seid bei unseren Aktionen gern willkommen! Rozhovor v češtině http://www.odpor.org/index.php?page=clanky&kat=&clanek=890
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